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Sachsen-Coburg und Gotha

Sachsen - Coburg und Gotha
Das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha Eine kurze Historie in fünf Kapiteln
1. Die Ursprünge bis zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld
Das 1056 erstmals urkundlich erwähnte Coburg erhielt 1331 das Stadtrecht.
Sachsen-Coburg und GothaZwei Jahrzehnte später gelangte die Region in das Herrschaftsgebiet der Wettiner, die 1423 zu Kurfürsten von Sachsen aufstiegen. 1485 wurde der Wettiner Besitz auf zwei Familienlinien aufgeteilt, nämlich auf die Albertiner und die Ernestiner. Coburg zählte seitdem zu den Ernestinern.
Unter Herzog Johann Casimir (1586–1633) avancierte das kleine Coburg zur Residenzstadt, ein Jahrhundert nach seinem Tod wurde Coburg mit Saalfeld zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld vereinigt.

2. Die Aufnahme in den europäischen Hochadel
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts regierte Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld (1750–1806). Ihn und seine Frau Herzogin Auguste Caroline Sophie (1757–1831) können wir aus gutem Grund als die Stammeltern des späteren Herzogtums Coburg-Sachsen und Gotha bezeichnen. Denn die Kinder des Ehepaares begründeten die Blüte des Hauses: Durch eine umsichtige Heiratspolitik gelangte das Herzogtum innerhalb weniger Jahre zu einem bemerkenswerten Glanz.
Die erste Initialzündung der Coburger „Heiratsoffensive“ bleibt für immer mit dem Namen Juliane (1781–1860) verbunden. Als die russische Zarin Katharina die Große für ihren Enkel, den Großfürsten Konstantin, eine Frau suchte, reiste Herzogin Auguste Caroline Sophie kurzerhand mit ihren drei Töchtern zur Brautschau nach St. Petersburg. Mit Erfolg! Denn der 16-jährige Großfürst wählte die zwei Jahre jüngere Juliane aus und heiratete sie 1796. Damit war das Coburger Herzogtum in der großen Welt des Adels „salonfähig“. Die anderen Kinder von Franz Friedrich Anton und Auguste Caroline Sophie profitierten davon, dass ihre Schwester, nunmehr Großfürstin von Russland, mit dem Bruder des späteren Zar Alexander I.
vermählt war. Schon zwei Jahre nach der Hochzeit von Juliane wurde deren Schwester Antoinette (1779–1724) Herzogin von Württemberg; ihr Bruder Leopold (1790–1865) wiederum ehelichte die britische Thronerbin Charlotte. Doch diese starb bereits 1817 mit ihrem ersten Sohn im Kindbett, sodass Leopold als Witwer zurückblieb.

Ein Jahr später heiratete seine Schwester Viktoria (1786–1861) den Herzog Eduard von Kent und gebar 1819 die spätere Queen Viktoria, auf die wir noch zu sprechen kommen. Zu diesem Zeitpunkt war Ferdinand August (1785–1851) schon mit der ungarischen Magnatentochter Marie Antoine von Koháry verheiratet – ihr Sohn sollte König von Portugal werden.
Wenden wir uns noch einmal dem jungen Witwer Leopold zu. Nach Charlottes Tod verließ er London und lebte für einige Zeit im Schloss Niederfüllbach bei Coburg. 1830 wurde ihm die griechische Königswürde angetragen, auf die er jedoch verzichtete. Als ihm kurz darauf ein anderes Reich sein Krone anbot, mochte er nicht ein weiteres Mal nein sagen und wurde als Leopold I. erster König der Belgier.
Innerhalb einer einzigen Generation war das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld zu internationaler Bedeutung aufgestiegen. Dabei haben wir einen Sohn von Herzog Franz Friedrich Anton noch gar nicht erwähnt: Ernst (1784–1844).

3. Der Übergang zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha
Während seine Geschwister in Europa Karriere machten, übernahm Ernst nach dem plötzlichen Tod von Franz Friedrich Anton (1806) als dessen ältester Sohn die Regierungsgeschäfte (Ernst I.). Zwei Jahrzehnte später wurde Saalfeld dem Herzogtum Sachsen-Meiningen zugeteilt, als Entschädigung erhielt Sachsen-Coburg das Herzogtum von Sachsen-Gotha hinzu. Beide „fusionierten“ zu einem Doppelherzogtum, mit einem einzigen Regenten. Das Herrschaftsgebiet stieg zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha auf, der Fürst hieß bis 1844 Ernst I.

4. Die nächste Generation: Ernst II. und Prinz Albert
Die Ehe zwischen Herzog Ernst I. und Herzogin Luise (1800–1831) war mit zwei Söhnen gesegnet: Der älteste, Ernst (1818–1893), übernahm 1844 als Ernst II. für fast ein halbes Jahrhundert die Regierungsgeschäfte von Sachsen-Coburg und Gotha. Den nachhaltigsten Ruhm aber sollte sein ein Jahr jüngerer Bruder Albert (1819–1861) ausstrahlen: Am 10. Februar 1840 heiratete Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha seine Cousine Victoria (1819–1901), die zu diesem Zeitpunkt bereits drei Jahre Königin von Großbritannien war. In einer adeligen Welt, deren Eheschließungen üblicherweise nicht aus tiefen Gefühlen, sondern aus politischem Kalkül erfolgten, stellte der Lebensbund zwischen Victoria und Albert eher eine Ausnahme dar, denn er war von gegenseitiger Liebe geprägt. An dieser Einschätzung vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass die Verbindung aus strategischen Erwägungen eingefädelt worden ist – in erster Linie von Alberts Onkel Leopold I., dem König der Belgier.

Die Ehe zwischen Victoria und Albert war biologisch wie auch politisch ausgesprochen fruchtbar. Denn einige der neun Kinder fanden sich später auf europäischen Thronen wieder: Die älteste Tochter, Victoria (1840–1901), wurde als Gattin von Friedrich III. Kaiserin von Deutschland; der älteste Sohn, Eduard (1841–1910), bestieg 1901 als Eduard VII. den britischen Thron. Alfred (1844–1900) wurde Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha. Über die anderen Kinder von Albert und der Queen entstanden enge Beziehungen zu den Königshäusern in Griechenland und Spanien, in Norwegen und Schweden sowie in Russland und Rumänien.
Als Albert 42-jährig 1861 an Typhus starb, waren Queen und Nation tief erschüttert. Die Witwe trug bis zu ihrem Tod im Jahre 1901 nur noch Trauerkleider und ließ unzählige Albert-Monumente errichten. Das Denkmal auf dem Coburger Marktplatz wurde 1865 von Queen Victoria höchstpersönlich enthüllt – noch immer erinnert es an den großen Sohn der Stadt. Es ist übrigens nur eine Laune der Geschichte, dass das englische Königshaus heute „Windsor“ heißt. Bis zum 1. Weltkrieg nannte es sich nämlich „Sachsen-Coburg in Großbritannien“; allerdings trennte man sich 1917 von dem deutschen Namen, der schließlich an einen erbitterten Kriegsgegner erinnerte.

5. Das 20. Jahrhundert
Die Ehe von Ernst II. und Alexandrine (1820–1904) blieb kinderlos und somit ohne Thronfolger. Nach dem Tod von Ernst im Jahre 1893 übernahm ein Sohn seines Bruders Albert, nämlich Alfred (1844–1900), die Regentschaft. Ihm folgte Carl Eduard (1884–1954), ein Enkel von Albert und Victoria.
Doch die Zeiten hatten sich inzwischen grundlegend gewandelt. Nach der Novemberrevolution von 1918, die zur Kapitulation Deutschlands im 1. Weltkrieg und zur Abdankung von Kaiser Wilhelm II. führte, dankte auch der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha ab. Fortan sollte die Familie auf deutschem Boden nur noch repräsentative Zwecke erfüllen. Das heutige Familienoberhaupt, Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha, ist ein Enkel des letzten Regenten. Er wurde 1943 geboren, heiratete 1971 die Bürgerliche Carin Dabelstein und lebt in Coburg. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen: Stephanie (geb. 1972), Hubertus (geb. 1975) und Alexander (geb. 1977).

Tipp
Es versteht sich von selbst, dass dies nur ein kurzes Schlaglicht auf die bemerkenswerte Geschichte des Herzogtums werfen kann. Wer sich näher informieren möchte kann ausführliche Schriften im Buchhandel erwerben.
 

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